Informationen zum Weißstorch

A. Der Storch
B. Die Gefahr
C. Die Familie
D. Der Flug

 

A. Der Storch


Verbreitung:
Brutgebiete in Europa, Überwinterung in Afrika.

Lebensraum:
Feuchte Niederungen, Steppen, Wälder, Sümpfe.

Lebensweise:
Baut umfangreiche Reisignester auf Bäumen. Errichtet als Kulturfolger Nester auf Dächern und Schornsteinen. Ortstreu. Weiter zurückgehender Bestand durch Biotopvernichtung. 3 - 6 Eier.

Ernährung:
Kleintiere, auch Aas.

Besonderheiten:
Das "Klappern" der Störche ist angeboren, Jungtiere zeigen es schon am zweiten Lebenstag.

Quelle: www.karlsruhe.de/Zoo/

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Volksglauben:
Im Volksglauben spielt der Weißstorch die Rolle des Babybringers oder des Stifters ehelichen Friedens. Adebar, wie er auch im Volksmund genannt wird, hat sich wie kein anderer Vogel dem Menschen angeschlossen (Kulturfolger).

Aussehen:
Störche werden etwa 80 cm groß, wiegen 2,5 bis 4,5 kg und sind mit 2 m Spannweite wahre Riesenvögel. Unverkennbar ist der weiße Körper und die schwarzen Flügenschwingen. Besonders auffällig sind die langen, roten Beine und der knallrote Schnabel, der sich hervorragend dazu eignet, Insekten, Mäuse und Frösche zu sammeln

Störche in Deutschland?!
Störche gehören zu den Schreitvögeln, die mit 19 Arten überall auf der Welt verbreitet sind. In Europa lebt neben dem Weißstorch noch der seltenere Schwarzstorch. Das Brutareal des Weißstorchs weist im westlichen Mitteleuropa inzwischen große Lücken auf, während man in Osteuropa und der iberischen Halbinsel noch ein geschlossenes Verbreitungsgebiet findet. In Deutschland hebt sich die Elbtalaue als das Verbreitungszentrum des Weißstorchs hervor. Bundesweit brüteten 1999 insgesamt 4284, im Jahre 2000 4422 Paare.

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B. Die Gefahr

Der Weißstorch ist in der Roten Liste gefährdeter Tiere Deutschlands als vom Aussterben bedrohte Art verzeichnet.

Für den Weißstorch stellen elektrotechnische Anlagen eine große Gefahr dar. Die Störche kollidieren mit den Leitungen oder erhalten einen tödlichen Stromschlag. In der Bundesrepublik gibt es seit kurzem gesetzliche Regelungen, um die Gefahren an Stromleitungen grundlegend zu verringern.

 In einigen afrikanischen Ländern wird der Storch noch mit Pfeil und Bogen bejagt. Störche, die nicht tödlich mit den ungiftigen Pfeilen getroffen wurden, können durchaus noch weite Strecken zurücklegen. In Deutschland wurden schon mehrfach solche sogenannten "Pfeilstörche" beobachtet. Allgemein schätzt man die Zahl der durch Pfeil und Bogen bejagten Störche als nicht sehr hoch ein.
Auch in Europa wird gelegentlich auf Störche geschossen. Dabei werden jedoch die viel gefährlicheren Schußwaffen eingesetzt.

Die Hauptursache für den Bestandsrückgang ist der Lebensraumverlust. Der Weißstorch besiedelt offene und halboffene Landschaften, die man in Mitteleuropa in den Flußauen und Niederungen mit feuchten Wiesen und Weiden findet. Durch Entwässerung der Auen und Intensivierung der Landwirtschaft gehen die Nahrungsgründe des Storchs verloren. Dies führt zu einem verringerten Bruterfolg.

Um den Bestand langfristig stabil zu halten, müssen aber durchschnittlich wenigstens zwei Jungstörche pro Elternpaar im Jahr flügge werden. Diese Zahlen werden in den westlichen Teilen Deutschlands immer noch unterschritten. In den naturnahen Auen der östlichen Bundesländer ist der Bruterfolg hingegen höher.
Seit Anfang der neunziger Jahre hat sich der Bestand erholt: Brüteten 1988 noch etwa 2900 Paare so sind es heute etwa 4500 Paare. Da jedoch der Weißstorch in weiten Teilen Deutschlands noch immer keinen ausreichenden Bruterfolg hat, ist der Storch nach wie vor als gefährdet anzusehen.

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C. Die Familie

Die Storchenehe
Berühmt ist das Klappern der Störche, das dazu dient, das Nest zu verteidigen und den Zusammenhalt des Paares zu festigen. Die Störche führen nur eine Saisonehe und trennen sich nach der Brutzeit wieder. Wenn die Tiere im März und April aus ihren Überwinterungsgebieten in Afrika zurückkehren, suchen sie immer wieder ihr angestammtes Nest auf. Deshalb finden sich auch häufig wieder die gleichen Partner zusammen.

Junioren
Kurz nach der Ankunft aus Afrika paaren sich die Störche, reparieren ihr Nest und legen zwei bis sechs Eier. Nach der Ablage des zweiten Eies beginnen sie zu brüten. Wenn die Küken nach rund 30 Tagen schlüpfen, bleibt immer ein Elternteil am Nest, um die Jungen vor Hitze, Regen und Kälte zu schützen. Der Partner fliegt in den ersten Wochen auf nahe gelegene Wiesen und Weiden, um vor allem Regenwürmer und kleine Insekten für die Jungvögel zu suchen. Sind die Jungtiere größer geworden, wird die Nahrungssuche anstrengend für die Eltern, denn die Kleinen fressen täglich bis zu 1400 g Frösche, Mäuse und andere Tiere. 

Das Erwachsenwerden
Nach der 7. Lebenswoche kann man die Jungstörche an ihren schwarzen Schnäbel noch gut von den Eltern unterscheiden. Erst mit dem Flüggewerden im Alter von etwa 9 Wochen werden die Schnäbel langsam rot. Anfang Juli sieht man die Jungen auf den Nestern stehen und ihre Flugübungen machen. Bald schon folgen sie ihren Eltern auf der Suche nach Beute in die umliegenden Felder bis sie sich selbst versorgen können. Im August, zwei Wochen vor den Altstörchen, fliegen die Jungvögel in Richtung Afrika. Schon im folgenden Jahr kehren einige Jungstörche in das Brutgebiet zurück und bilden dort Nichtbrütergruppen. Andere Jungstörche bleiben in den ersten Jahre ganz in Afrika oder fliegen nur Teilstrecke zurück in Richtung Brutgebiet.

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D. Der Flug

Als Segelflieger sind die Störche auf ihrem Flug in ihr afrikanisches Winterquartier auf warme Aufwinde angewiesen, da sie auf diese Weise weniger Energie als für den kräftezehrenden Flügelschlag benötigen. Im August kreisen die Vögel in die Höhe, um dann streckenweise im Gleitflug in den Süden zu wandern. Man hat festgestellt, dass die Störche auf zwei verschiedenen Wegen versuchen, das offene Wasser des Mittelmeeres, über dem keine Aufwinde entstehen, zu umgehen: Sie nutzen die Meerengen Bosporus im Osten und Gibraltar im Westen.

Deshalb werden Störche in Ost- und Westzieher unterschieden. Die Westzieher erreichen die Savannen zwischen dem Senegal und Kamerun. In den letzten Jahren beobachtete man allerdings, dass ein großer Teil der Westzieher bereits in Spanien überwintert. Die Ostzieher fliegen in das mittlere und östliche Afrika, einige sogar bis ins 10.000 km entfernte Südafrika. Eine imaginäre Linie, die Zugscheide, verläuft von Holland über den Harz zu den Alpen und trennt die Ost- von den Westziehern. Diese sogenannte Trennlinie umfaßt einen breiten Korridor (Zugscheidenmischgebiet). Die meisten Störche aus Deutschland gehören zu den Ostziehern.

Während und nach dem anstrengenden Flug in die Überwinterungsgebiete drohen den Tieren viele Gefahren. Neben der Bejagung durch Einheimische stellen vor allem elektrotechnische Anlagen, in der Landwirtschaft ausgebrachten Pestizide, Dürreperioden und die Ausbreitung der Wüsten eine große Gefahr für die Störche dar.

Quelle: www.storchenzug.de

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Letzte Revision dieser Seite / Stand der Information: 02.08.2002